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Helvetia
- ein nationales Symbol
1848
wurde Helvetia - neben
Tell
- offiziell als nationales Symbol der
Schweizerischen Eidgenossenschaft
eingeführt. Die Frauenfigur ist eine
Allegorie aus dem 18. Jahrhundert.
Helvetia
- eine Kreation von Jürg Willy (Juni
2000)

1
Luzernerin stoppt 7000 Radikale
1845
zog eine Freischar von 7000 Radikalen
gegen Luzern, um dort die
katholisch-konservative Regierung zur
Abdankung zu zwingen. Anführer war
Hauptmann Ulrich Ochsenbein. Doch der
Freischarenzug endete in einem Desaster,
bevor es zum Kampf kam. Weshalb?
Ochsenbeins Adjutant, Balthasar
Kneubühler, war verschwunden. Der
Adjutant verfügte über die
Pläne für die
Artilleriebeschiessung Luzerns und kannte
Sympathisanten, die den Freischaren die
Stadttore hätten öffnen sollen.
Was war geschehen? Die Luzernerin
Verena Leu,
entschlossen, Luzern vor den Radikalen zu
retten, hatte es verstanden,
Kneubühler derart den Kopf zu
verdrehen, dass er seine kriegerischen
Pflichten völlig vergass und sich -
als Katholikenhasser - mit ihr auf eine
zweitägige Wallfahrt begab.
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Verena
Leu, die Helvetia aus der
Zentralschweiz
1852
gewann dieselbe Verena Leu im Alter von 28
Jahren das Casting für die Hauptrolle
der Mutter Helvetia im Festspiel "500
Jahre Zug in der Eidgenossenschaft". Sie
spielte diese patriotische Symbolfigur so
überzeugend und ergreifend, dass die
Besucher in Scharen aus dem In- und
Ausland herbeiströmten. Verena Leu
wurde nur noch Helvetia genannt.
Verena Leu und der
Event-Tourismus
Auf Drängen adeliger
Festspielbesucher eröffnete Verena
Leu auf der Grütlischwand bei
Seelisberg eine Herberge, wo adelige
Touristen in bergbäuerlicher
Naturverbundenheit das einfache Leben
erfahren konnten. Mit der Zeit wurde den
Einheimischen das sonderbare Treiben zu
viel. Man drohte Helvetia mit dem Roten
Hahn. Um 1870, in einer regenschweren
Nacht, verliess sie mit ihrem Ehemann
Balthasar Kneubühler und den sechs
Kindern Seelisberg. Bei Lauenen wurde die
Familie von einer Rüfe erfasst und im
Seeli begraben. Die Grütlischwand
brannte ab. Im "Schwybogen", wo besonders
über Helvetia gelästert worden
sein soll, hätte es hernach gespukt.
Man erzählte auch, Helvetia erschiene
bei politischen Gefahren als mahnende
Gestalt.
Helvetia
und der Bundesrat
Ulrich
Ochsenbein - inzwischen Bundesrat -
wartete nach der Festspiel-Aufführung
in Zug mit einem Rosenstrauss auf Verena
Leu. Seine Avancen blieben allerdings
unbeantwortet. Ochsenbein war jedoch nicht
der Mann, der sich leicht entmutigen
liess. Als es darum ging,
eidgenössische Münzen zu
prägen, erinnerte er sich der
schönen Helvetia. Er lud sie ins
Hotel Falken nach Bern ein. Dort fragte er
Verena Leu, ob sie Interesse hätte,
auf den schweizerischen Münzen
abgebildet zu werden. Ochsenbein wusste
nicht, dass diese Frau seine Niederlage
von 1845 herbeigeführt hatte. Verena
Leu willigte ein, sich porträtieren
zu lassen, unter der Bedingung, dass der
Bundesrat am
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1. August in
corpore ihre "Lebensschule" in Seelisberg
besuche und mit den adeligen Gästen
eine nationale Feier abhalte. Ochsenbein
war recht verwirrt, als er in Seelisberg
seinen früheren Adjutanten
Kneubühler wieder traf - als Ehemann
Verena Leus. Die beiden Herren taten, als
ob sie einander nicht kennten. Ami Jean
Jacques Landry hatte Verena Leu bereits
porträtiert und eine Vorlage für
die Münzen gestaltet. Dennoch
unterlag sein Entwurf überraschend
jenem von Antoine Bovy, weil Ochsenbein
Landry nach dem unerfreulichen Besuch in
Seelisberg die Unterstützung entzogen
hatte.
Helvetia - das Goldvreneli
Landrys Vorlage ging jedoch
nicht verloren: Ab 1897 wurden in der
Eidgenössischen Münzstätte
20-Franken-Goldstücke mit dem
Porträt von Verena Leu geprägt.
Schon bald wurden diese Münzen
zärtlich "Goldvreneli" genannt. Sie
sind noch heute beliebte Sammlerobjekte.
© RO

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