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William
Tell - a National Symbol and an
International Brand of
Switzerland

Tell
didn't exist. He was a figure of the
medieval traditions and war rites. Since
the 19th century he has symbolized the
struggle for political and individual
freedom. - According to a legend, he was a
peasant from Buerglen in the canton of Uri
(Central Switzerland). Tell defied
"Austrian" authority, was forced to shoot
an apple from his son's head, was arrested
for threatening the governor's life, saved
the same governor's life en route to
prison, escaped, and ultimately shot the
governor with his crossbow. - In the
Romantic era of nationalist revolutions,
the Tell legend attained worldwide renown
through the stirring play Wilhelm Tell
(1804) by the German dramatist Friedrich
Schiller. In the German monarchies the
drama was very successful because these
states were occupied by the French army. -
In 1848, after the foundation of the
Helvetic Federation called Switzerland,
Tell has been regarded as a symbol of this
new state.
Further
Information
200
Years of Schiller's Tell
2004, the German National Theatre
Weimar (de) presented Schiller's Tell on
the Rütli.
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Tell
- eine Figur des Brauchtums, nicht der
Geschichte
Tell
existierte nicht. Der Schütze Tell
war aber im Mittelalter lebendig als Figur
des Brauchtums, die in Theaterspielen und
Kriegsriten auftrat. Es gab kultische
Kriegerbünde, die als Tiere
(Uristier!)maskiert auftraten und nachts
ihre Feinde heimsuchten. Offenbar war der
"Wilde Jäger" oder eben "Tell" der
Anführer und Darsteller Wotans.
Dieses wilde Treiben ist bei den Trychlern
noch erhalten. - Aegidius Tschudi
verdichtete um 1570 zwei Versionen der
Tell-Überlieferung zu einer Story
weitab vom Brauchtum, die dann - ab 1804 -
vor allem durch Schillers Tell Gemeingut
geworden ist - Tell als patriotisch
verherrlichter Attentäter, auf dem
geschichtlichen Hintergrund von Attentaten
zu Schillers Zeit, die sich alle gegen
Akteure der französischen Revolution
gerichtet hatten: gegen
Revolutionsführer Marat, General
Kléber, Konsul Napoleon und Zar
Paul I. In den von Frankreich besetzten
deutschen Monarchien sah man in Gessler
den Usurpator Napoleon.

Hodler,
Tell, 1897
Wer nicht an Tell glaubt ist
ein Staatsfeind: In der Eidgenossenschaft
gehörte diese Optik zum Widerstand
der Konservativen gegen die liberale
Staatsauffassung, welche ihre Ideen aus
der Französischen Revolution von 1789
schöpfte. Als um 1830 der liberale
Luzerner Historiker Kopp
es wagte, die auf Schillers Tell
basierenden patriotischen Deutungen in
Zweifel zu ziehen, geschah auf dem
Rütli ein weiteres "Attentat": eine
Kopp darstellende Puppe wurde verbrannt.
Die "Wilde Jagd" lässt
grüssen.
Mehr
Information
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Tell
- eine nationales Symbol und ein
internationales
Markenzeichen
Dass
sich bei der Gestaltung des
schweizerischen Bundesstaates von 1848 die
liberalen Kräfte durchsetzten,
bedeutete jedoch keineswegs das Ende des
Tell-Kultes. 1848 wurde nämlich Tell
- neben Helvetia
-
offiziell als nationales Freiheits-Symbol
der jungen Schweiz eingeführt.
Ausgelöst wurde die Tell-Verehrung
durch das Schauspiel von Friedrich
Schiller. Gleichzeitig mutierte die
Schweiz zum demokratischen
Freilichtmuseum. Und 1891, als die Feiern
"600 Jahre Eidgenossenschaft" das
mythische Denken der Schweizer
stärkten, wurde Tell für
Jahrzehnte zur nationalen
Identifikationsfigur: Der von Schiller
geschaffene Zentralschweizer Heldenmythos
führte sogar zur Versöhnung der
Liberalen mit den Konservativen
bei.
© Rolf Oberhaensli

Calame,
Vierwaldstaettersee,
1851
Weitere
nationale Symbole der
Schweiz
1798,
1848, 1852, 1891 Rütli
1815, 1889 Schweizer Fahne
1841 Landeshymne
1848 Helvetia
1852, 1891 Bundesfeier (1. August)
1892 Bundeshaus (Einweihung)
200
Jahre Wilhelm Tell vonSchiller
1804 brachte Goethe Schillers
Tell in Weimar (de) erstmals auf die
Bühne - mit grossem Erfolg. 2004
inszenierte das Deutsche Nationaltheater
Weimar das Drama auf dem Rütli
(ch).
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